»Ibiza-Gate ist in fünf Monaten Schnee von gestern«

Franz Fallend

Die politischen Ereignisse in Österreich überschlagen sich. Nun wurde zum ersten Mal in der Geschichte der zweiten Republik eine Regierung per Misstrauensantrag abgesetzt. In einem Video-Interview verrät der Politikwissenschaftler Franz Fallend, wie es nun weiter geht, wer als Übergangskanzler in Frage kommt und weshalb die populistische FPÖ bei der EU-Wahl trotz Ibiza-Gate stark abschneiden konnte.

Name: Dr. Franz Fallend
Alter: geboren 1965 in Saalfelden am St. Meer (Österreich)
Ausbildung: Doktoratsstudium in Politikwissenschaft an der Uni Salzburg
Wohnort: Salzburg

Franz Fallend spezialisiert sich in seiner Forschung an der Universität Salzburg auf die Themenbereiche österreichische Politik, vergleichender Föderalismus, Regionalismus und Populismus.

The Opinion: Herr Fallend, gestern wurde erstmals seit Beginn der Zweiten Republik eine Regierung per Misstrauensantrag abgesetzt. Nachdem es das noch nie gegeben hat: Kann man überhaupt vorhersagen, was in den kommenden Monaten passieren wird?

Franz Fallend:

The Opinion: Der Bundespräsident Alexander van der Bellen hat gestern (28.05) Finanzminister Hartwig Löger quasi als Übergangs-Übergangskanzler eingesetzt. Nach welchen Kriterien wird nun ein Übergangs-Regierungschef ausgewählt? Kann jeder Übergangs-Kanzler werden?

Franz Fallend:

The Opinion: Haben Sie Ihre Bewerbung schon eingereicht?

Franz Fallend:

The Opinion: Der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer wurde bereits vor dem Misstrauens-votum in der ZiB2 als Übergangs-Kanzler diskutiert. Warum wurde er schon so früh als potenzieller Kandidat gehandelt?

Franz Fallend:

The Opinion: Der Regierung-Kurz wurde vom Parlament das Misstrauen ausgesprochen, das Image der FPÖ ist durch die Ibiza-Affäre angeschlagen und die SPÖ befindet sich in einem Umfragetief. Wie schätzen Sie das Vertrauen der Wähler in die Politik ein?

Franz Fallend:

The Opinion: Die FPÖ hat bei der EU-Wahl trotz Skandal-Video zwar leicht verloren, dennoch ein relativ ordentliches Ergebnis eingefahren. Frei ihrem Motto „Jetzt erst recht!“. Was glauben Sie könnte das für die Wahl im Herbst bedeuten? Warum lassen sich Wähler von populistischen Parteien nicht so leicht verunsichern?

Franz Fallend:

The Opinion: Eine Frage noch zu den österreichischen Sozialdemokraten: Nachdem die ÖVP bei der EU-Wahl stark abgeschnitten hat, waren sich Viele – unter anderem auch Journalisten – sicher, dass die SPÖ sich ins eigene Fleisch schneidet, wenn sie diesen „populären“ Kanzler absägen. Sie haben es dennoch getan. Können Sie sich einen Reim darauf machen?

Franz Fallend:

The Opinion: Sebastian Kurz war laut Umfragen ein sehr beliebter Kanzler. Jetzt ist er Chef einer gestürzten Regierung. Wird Sebastian Kurz sich als Parteichef der ÖVP halten können?

Franz Fallend:

The Opinion: Eine der Haupterkenntnisse aus dem Ibiza-Video waren nicht deklarierte Finanzierungen und Spenden an die FPÖ über parteinahe Vereine. Warum ist das Thema Parteienfinanzierung nicht stärker Gegenstand der aktuellen Debatte. Auswirkungen hatte das Video bisher nur auf Gudenus und Strache. Könnten darüber hinaus noch weitere Führungspersonen involviert sein?

Franz Fallend:

The Opinion: Welche Koalition halten sie in Österreich für wahrscheinlich?

Franz Fallend:

The Opinion: Sie sagen, dass es nicht unrealistisch ist, dass es erneut eine Türkis-Blaue-Regierung gibt. Muss die FPÖ dafür einige Minister austauschen? Herr Kickl hat am Ende beleidigt gewirkt, als Sebastian Kurz ihn aus dem Amt entlassen hat.

Franz Fallend:

The Opinion: Herr Fallend, vielen Dank für das Interview

 

Interview: Konstantin Schätz und Maximilian Scheugenpflug

Kamera: Oliver Beilharz

Interviewfragen: Konstantin Schätz, Maximilian Scheugenpflug und Oliver Beilharz

Mitarbeit: Andreas Röser und Florian Gann

 

 

 

 

 

 

Konstantin Schätz

Autor: Konstantin Schätz

Freier Journalist (u.a. für die Süddeutsche Zeitung) und Student der Kommunikationswissenschaft. Er setzt sich mit Ereignissen und Prozessen in Politik und Gesellschaft auseinander.

12 Gedanken zu „»Ibiza-Gate ist in fünf Monaten Schnee von gestern«“

  1. Die Interviews sind immer angenehm zu schauen. Aber es sind natürlich immer viele Theorien, was am Ende bei rauskommt werden wir ja sehen. Ich bin gespannt.

    LG

  2. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht, sondern die FPÖ wird darunter und unter den Folgen des Bruchs mit HC Strache noch richtig lange zu kämpfen haben. Insbesondere dann, wenn sich HC tatsächlich dazu entschließen sollte eine eigene Gruppierung zu gründen, wird das die FPÖ definitiv entzweien und die FPÖ wird sich in ähnlichen Bereichen wie nach Knittelfeld wiederfinden.

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