Der provozierte Konflikt um den Uran im Iran

House of Sheikholeslam of Esfahan bombarded during the Iran-Iraq War in 1986 and its south east corner completely destroyed with its decorations (Link:  http://isfahancht.ir/Fa.aspx?p=320)

Im Mai verkündete Donald Trump den Ausstieg aus dem Iran-Abkommen. Seitdem sptitzt sich die Lage zu. Verlierer ist nicht nur das iranische Volk sondern auch die EU.

Ein Krieg wird immer wahrscheinlicher – diesen Satz musste man in letzter Zeit häufiger hören und er ist zu einer Floskel verkommen. Konfliktmüde und zynisch könnte man meinen, dass es auf einen weiteren Krieg in der arabischen Welt auch nicht mehr ankommt. Doch abgesehen vom Leid der Menschen im Iran, könnte dieser Krieg auch Auswirkungen auf uns in Europa haben. Die Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt könnten sich verschärfen, die Stärkung terroristischer Organisationen ist denkbar und womöglich muss man sich erneut die Frage stellen, wie wir mit Menschen umgehen, die in Europa Schutz vor dem Krieg im Iran suchen. Die EU muss jetzt die richtigen Worte finden.

Im Sommer 2015 wurde in Wien ein Deal zwischen der 5+1 Gruppe (USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und dem Iran ausgehandelt. Die Staaten wollten damit verhindern, dass sich der Iran zu einer Atomstreitmacht entwickelt. Kurz gesagt hatte man sich auf das Folgende geeinigt: Weniger Uran im Iran gleich weniger westliche Sanktionen. So weit so vernünftig.

Donald Trump verkündete im Mai den Ausstieg der USA aus dem Abkommen. Die europäischen Länder haben versucht, an dem Deal festzuhalten. Die iranische Wirtschaft bricht dennoch immer weiter ein. Der Iran-Korrespondent Reinhard Baumgarten kommentierte am vergangenen Wochenende in der ARD-Infonacht die amerikanischen Sanktionen. Der amerikanische Präsident habe die Situation „ohne Not heraufbeschworen, […] indem er die UN Resolution 2231 in die Tonne getreten hat.“ Baumgarten sagt weiter, dass die iranische Regierung gar nicht untätig bleiben könne, „wenn sich die amerikanische Schlinge immer enger zuzieht“.

Bedeutet: wenn die USA die verhängten Sanktionen nicht rückgängig machen, zwingen sie die iranische Regierung dazu, die Situation eskalieren zu lassen. Das Festhalten eines britischen Schiffs ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Verlierer sind dabei die Länder der Europäischen Union. Ihr Handelspartner Iran wird von ihrem derzeit launischen Freund USA in die Knie gezwungen. Derzeit hat das für uns kaum Auswirkungen, die wir bemerken. Spätestens aber wenn erneut Bomben auf die Dächer der arabischen Welt fallen und sich die Iraner auf den Weg nach Europa machen, bekommen wir das Leid vor Augen geführt. Europäer mit Herz werden sich dann Fragen, wie es so weit kommen konnte. Die ohne Herz werden wieder Fragen, warum diese Flüchtenden zu uns kommen. Es sind zwei unterschiedliche Fragen. Die Antwort ist dieselbe.

Bild:

Archival Center of the Cultural Heritage, Handicrafts and Tourism Organization in Esfahan Province
[http://isfahancht.ir/Fa.aspx?p=320]

Quellen:

Baumgarten, Reinhard (2019): Krieg am Golf wird immer warscheinlicher. Online unter: https://www.mdr.de/mediathek/infothek/audio-1128310.html (05.08.2019).

Focus Online (2019): Das steht im Atomabkommen mit dem Iran. Online unter: https://www.focus.de/politik/praxistipps/atomstreit-das-steht-im-atomabkommen-mit-dem-iran_id_8905552.html (05.08.2019).

Spiegel Online (2019): Trump verkündet Ausstieg aus Iran-Abkommen. Online unter: https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-verkuendet-ausstieg-aus-iran-atomabkommen-und-sanktionen-a-1206893.html (05.08.2019).

ZEIT Online (2019): Schiffe unter britischer Flagge sollen Straße von Hormus meiden. Online unter: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-07/strasse-von-hormus-iran-britischer-tanker-usa (05.08.2019).

Konstantin Schätz

Autor: Konstantin Schätz

Freier Journalist (u.a. für die Süddeutsche Zeitung) und Student der Kommunikationswissenschaft. Er setzt sich mit Ereignissen und Prozessen in Politik und Gesellschaft auseinander.

9 Gedanken zu „Der provozierte Konflikt um den Uran im Iran“

  1. Die USA hat einen dementen, von Politik keine Ahnung habenden, bekloppten Vollidioten da sitzen. Der gute hat leider von dem was er macht wenig Ahnung und drück zu schnell Knöpfe an die normalerweise so einer gar nicht ran kommen dürfte … ich hoffe nur das beste und darauf, dass sich für alles eine Lösung findet, jedoch wird nicht immer alles gut sein und es knallt irgendwann…

  2. Ich weiss nicht was ich von Trump halten soll ist alles ziemlich riskant was er macht aber auch nicht alles schlecht zb. die Handelsgeschichten geht ja am Ende eher darum das China sich abschottet und Technologien „klaut“ und Experten im großen Stil abwirbt. Beim Iran weiss ich auch nicht so recht was ich davon halten soll am besten sollte kein Land der Welt über Antomwaffen verfügen aber erst recht keiner Länder in solch instabilen Regionen.

  3. Es ist wirklich beängstigend wie schnell sich die Lage dort verschlimmert. Ich glaube, dass es besser gewesen währe, wenn die Amis dort geblieben währen. Wir können nur hoffen, dass sich der Zustand dort beruhigt.

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