Flüchtlingsdebatte in Österreich

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Ein Gebilde aus Diktaturen, Scheindemokratien und extrem kapitalistischen Staaten. Seit Jahrzehnten gibt es keinen Frieden in dieser Region. Leider sind jedoch, wie in allen Konflikten, die Bürgerinnen und Bürger die Leidtragenden.

Wir in den westlichen Demokratien beklagen uns über viele Dinge. Jedoch haben wir anscheinend vergessen, was Probleme wirklich sind. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein Wort einbringen, welches mir von einem guten Freund nähergebracht wurde: das Luxusproblem. Alle Probleme, über die wir uns tagtäglich beschweren, ob im Small-Talk oder am Stammtisch, sind Luxusprobleme.

In den letzten Tagen kochte, wieder einmal, die Flüchtlingsdebatte in Österreich hoch. Leider verstehe ich aber den Standpunkt vieler Menschen in diesem Land einfach nicht. Uns geht es gut. Sehr gut. Wenn wir uns etwas anstrengen, können wir aus unserem Leben machen was wir wollen. Wir haben die Freiheit und die Mittel, dies zu tun. Und trotzdem legen wir Menschen, welche gezwungen werden ihre Heimat zu verlassen, da sie ansonsten schikaniert oder getötet werden, immens große Steine in den Weg. Alleine diese Tatsache möchte ich herausstreichen. Wie schlecht muss es jemanden gehen – wie viel Angst muss er haben – um seine Heimat zu verlassen. Um wegzugehen, in der Hoffnung dass es dort vielleicht besser ist. Wieviel Angst müssten wir haben, um so etwas zu tun?

Vor allem der Aufschrei vieler Gemeinden in Österreich, welche sich vehement dagegen wehren, Flüchtlinge aufzunehmen, erfüllt mich mit Wut. Aber auch mit Enttäuschung. Ein kleinwenig Aufopferung von uns allen, nicht nur bezogen auf dieses Thema, würde vielen Menschen Hilfe ermöglichen.

Im Kosovo-Krieg, welcher zugegebenermaßen näher an Österreich stattgefunden hat, wurden über 115.000 Menschen (vgl. Medien-Servicestelle Neue Österreich/Innen 2011: o.S.) aufgenommen. Und heute, 20 Jahre später, können wir keine wenige Hundert aufnehmen? Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Menschen lernfähig sind. Jedoch überlege ich mir diese Hypothese, bezogen auf solche Diskussionen, wieder zu verwerfen.

Aber ich möchte diesen Beitrag nicht mit Pessimismus beenden. Wir alle können helfen. Ob mit Geldspenden, karitativer Betätigung oder mit Hilfe der Demokratie. In dem wir Vertreter wählen, welche für Zuwanderung, für Hilfeleistung und für Menschlichkeit stehen. Wir haben die Freiheit, dies zu tun.

Quellenangaben

Autor: Patrick Daxenbichler

Medienkritischer Blogger, u.a. bei TheOpinion. Student der Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Selbstständiger Unternehmer. Fan und Unterstützer der neuen Medien. Politisch liberal und aufgeschlossen.

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