Diplomatische Unfähigkeit – Wenn das letzte Wort gesprochen ist

»Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen«.

So hat es der kritische Komiker Oliver Kalkofe letzten Sommer in seinem Kommentar zu Hass und Dummheit ausgedrückt. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Bedeutet das, dass Diplomatie und Krisenbewältigung durch Kommunikation die Sprache der Intelligenten ist? Und was ist mit jenen, die eigentlich zur Diplomatie berufen sind, sich aber bewusst für einen undiplomatischen Weg entscheiden: Intelligenzverweigerer? Krisenstifter? Oder einfach nur den falschen Beruf erwischt?

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Verlassen und verloren im Land der Bürokraten

Kaum ein Spruch beschreibt den deutschen Umgang mit Problemen besser als »Jeder hat sein Päckchen zu tragen«. Wir zeigen dadurch, dass wir, um das Leben mit allen Problemen, Herausforderungen und Fehlentscheidungen erfassen zu können, erst eine Metapher brauchen. Das ist mal zu Anfang nicht schlecht. Wir strukturieren und halten Abstand. Wir versuchen, mit diesem Spruch ganz nüchtern mitzuteilen, dass wir über die Existenz von Problemen bei unseren Mitbürgern Bescheid wissen. Gleichzeitig sagen wir damit, dass wir aber nicht wissen, was in dem Paket drinnen ist. Wir haben keine Vorstellung davon, welche Last sie mit sich herumtragen. Obwohl ich die Metapher auf sehr vielen Ebenen durchdacht und clever finde, habe ich seit einigen Tagen Probleme mit diesem Spruch. Denn ich musste feststellen, dass manchmal Briefumschläge schwerer sein müssen als jedes Paket, das man mit sich herumschleppen kann. (Ja, das bezeichnet man als Wortklauberei.) „Verlassen und verloren im Land der Bürokraten“ weiterlesen