Verlassen und verloren im Land der Bürokraten

Kaum ein Spruch beschreibt den deutschen Umgang mit Problemen besser als »Jeder hat sein Päckchen zu tragen«. Wir zeigen dadurch, dass wir, um das Leben mit allen Problemen, Herausforderungen und Fehlentscheidungen erfassen zu können, erst eine Metapher brauchen. Das ist mal zu Anfang nicht schlecht. Wir strukturieren und halten Abstand. Wir versuchen, mit diesem Spruch ganz nüchtern mitzuteilen, dass wir über die Existenz von Problemen bei unseren Mitbürgern Bescheid wissen. Gleichzeitig sagen wir damit, dass wir aber nicht wissen, was in dem Paket drinnen ist. Wir haben keine Vorstellung davon, welche Last sie mit sich herumtragen. Obwohl ich die Metapher auf sehr vielen Ebenen durchdacht und clever finde, habe ich seit einigen Tagen Probleme mit diesem Spruch. Denn ich musste feststellen, dass manchmal Briefumschläge schwerer sein müssen als jedes Paket, das man mit sich herumschleppen kann. (Ja, das bezeichnet man als Wortklauberei.) „Verlassen und verloren im Land der Bürokraten“ weiterlesen

Flüchtlingsdebatte in Österreich

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Ein Gebilde aus Diktaturen, Scheindemokratien und extrem kapitalistischen Staaten. Seit Jahrzehnten gibt es keinen Frieden in dieser Region. Leider sind jedoch, wie in allen Konflikten, die Bürgerinnen und Bürger die Leidtragenden.

Wir in den westlichen Demokratien beklagen uns über viele Dinge. Jedoch haben wir anscheinend vergessen, was Probleme wirklich sind. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein Wort einbringen, welches mir von einem guten Freund nähergebracht wurde: das Luxusproblem. Alle Probleme, über die wir uns tagtäglich beschweren, ob im Small-Talk oder am Stammtisch, sind Luxusprobleme.

In den letzten Tagen kochte, wieder einmal, die Flüchtlingsdebatte in Österreich hoch. Leider verstehe ich aber den Standpunkt vieler Menschen in diesem Land einfach nicht. Uns geht es gut. Sehr gut. Wenn wir uns etwas anstrengen, können wir aus unserem Leben machen was wir wollen. Wir haben die Freiheit und die Mittel, dies zu tun. Und trotzdem legen wir Menschen, welche gezwungen werden ihre Heimat zu verlassen, da sie ansonsten schikaniert oder getötet werden, immens große Steine in den Weg. Alleine diese Tatsache möchte ich herausstreichen. Wie schlecht muss es jemanden gehen – wie viel Angst muss er haben – um seine Heimat zu verlassen. Um wegzugehen, in der Hoffnung dass es dort vielleicht besser ist. Wieviel Angst müssten wir haben, um so etwas zu tun? „Flüchtlingsdebatte in Österreich“ weiterlesen