Filter-Bubble: Gibt es noch Informationsfreiheit?

>>A squirrel dying in front of your house may be more relevant to your interests right now than people dying in Africa.<< Mark Zuckerberg.

Der Digital-Soziologe Eli Pariser ließ 2011 mit seiner These der Filter-Bubble aufhorchen. So bezeichnet er die im Web stattfindende personalisierte Informationsdistribution. Der Großteil der Inhalte, die wir im Netz finden – beispielsweise über Suchmaschinen wie Google oder Bing, in Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter und sogar in Nachrichtenportalen wie der New York Times – sind vorgefiltert – also auf uns zugeschnitten. Das bedeutet, dass du, wenn du nach einem Begriff suchst, andere Ergebnisse erhältst als beispielsweise dein Nachbar. Welche Auswirkung hat diese Filterung? „Filter-Bubble: Gibt es noch Informationsfreiheit?“ weiterlesen

Die Verschmelzung politischer Kommunikation. Werden alle zu Populisten?

Kürzlich habe ich einen wie ich finde sehr interessanten Beitrag des Kommunikationswissenschaftlers Kurt Imhof zum Thema Verschmelzung von politischer Kommunikation gelesen.

Grundsätzlich unterscheidet Imhof zwischen zwei Gruppierungen, den alteingesessenen Großparteien und so genannten autonomen Gruppen (vgl. Imhof 1996: 14).

Die Großparteien bedürfen meines Erachtens keiner weiteren Definition. Bei den autonomen Gruppierungen handelt es sich beispielsweise um politische Gruppen oder Minderheiten. In diesen Gruppierungen entstehen eigenständige Weltanschauungen und Lebensstile. Die Lebensdauer solcher Gruppierungen hat seit den 70iger Jahren stark zugenommen. Themenbereiche wie z.B. die Umwelt oder die Asylpolitik werden von ihnen eingenommen und lautstark propagiert (vgl. ebd.: 22). „Die Verschmelzung politischer Kommunikation. Werden alle zu Populisten?“ weiterlesen

Eine lächerlich gute Entscheidung

Manchmal ist die Entscheidung, für die wir belächelt werden, letztlich die einzig Richtige.

Viele Musiker, Wissenschaftler, Künstler, aber vor allem auch Politiker haben in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass es manchmal nützlich ist, das Stirnrunzeln und Augenverdrehen der Menschen zu ignorieren. Derzeit wird gerade ein ganzes Land – vor allem von deutscher Seite –belächelt: unser Nachbarland Österreich.

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Wenn Pennywise lacht – Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

Jeder kennt Momente im Leben, in denen man lacht, um nicht weinen zu müssen. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern muss wohl der politische Monty Python Film unter diesen Momenten sein. Denn als ich mein Handy entsperrte, um mich darüber zu informieren, ob denn bereits Hochrechnungen von der Landtagswahl veröffentlicht wurden, konnte ich nicht anders, als zu schmunzeln. Eigentlich eine völlig unberechtigte Reaktion. Ja eigentlich sogar schon zynisch. „Wenn Pennywise lacht – Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern“ weiterlesen

USA – Alles zwischen Gut und Schlecht

»Die Amerikaner sollten aufhören, Lügen über Europa zu verbreiten, dann werden wir aufhören, die Wahrheit über Amerika zu sagen.«

Dieses Zitat von einem unbekannten Autor ging kürzlich auf die ein oder andere Weise mehrfach durch die Medien. Auslöser für die Empörung war natürlich mal wieder Donald Trump, der Deutschland als das Bilderbuchbeispiel dafür entlarven wollte, wie Migration ein Land zerstört: »Wegen der Flüchtlinge versinkt Deutschland in Kriminalität. Die Kriminalität hat inzwischen ein Level erreicht, das sich niemand auch nur ansatzweise vorstellen konnte. Es ist eine Katastrophe.« Kurzer Faktencheck. Die Mordrate ging seit den Entwicklungen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 3 Prozent nach unten (in den USA stieg sie um rund 6 Prozent an), die sexuelle Gewalt nahm um 4 Prozent ab (in den USA stieg sie um mehr als 9 Prozent an), ausschließlich die Diebstahlrate nahm um 2 Prozent zu (in den USA um 0,3 Prozent). Mit Schusswaffendelikten und Massenschießereien brauchen wir gar nicht anfangen. „USA – Alles zwischen Gut und Schlecht“ weiterlesen

Verlassen und verloren im Land der Bürokraten

Kaum ein Spruch beschreibt den deutschen Umgang mit Problemen besser als »Jeder hat sein Päckchen zu tragen«. Wir zeigen dadurch, dass wir, um das Leben mit allen Problemen, Herausforderungen und Fehlentscheidungen erfassen zu können, erst eine Metapher brauchen. Das ist mal zu Anfang nicht schlecht. Wir strukturieren und halten Abstand. Wir versuchen, mit diesem Spruch ganz nüchtern mitzuteilen, dass wir über die Existenz von Problemen bei unseren Mitbürgern Bescheid wissen. Gleichzeitig sagen wir damit, dass wir aber nicht wissen, was in dem Paket drinnen ist. Wir haben keine Vorstellung davon, welche Last sie mit sich herumtragen. Obwohl ich die Metapher auf sehr vielen Ebenen durchdacht und clever finde, habe ich seit einigen Tagen Probleme mit diesem Spruch. Denn ich musste feststellen, dass manchmal Briefumschläge schwerer sein müssen als jedes Paket, das man mit sich herumschleppen kann. (Ja, das bezeichnet man als Wortklauberei.) „Verlassen und verloren im Land der Bürokraten“ weiterlesen

Flüchtlingsdebatte in Österreich

Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Ein Gebilde aus Diktaturen, Scheindemokratien und extrem kapitalistischen Staaten. Seit Jahrzehnten gibt es keinen Frieden in dieser Region. Leider sind jedoch, wie in allen Konflikten, die Bürgerinnen und Bürger die Leidtragenden.

Wir in den westlichen Demokratien beklagen uns über viele Dinge. Jedoch haben wir anscheinend vergessen, was Probleme wirklich sind. Ich möchte in diesem Zusammenhang ein Wort einbringen, welches mir von einem guten Freund nähergebracht wurde: das Luxusproblem. Alle Probleme, über die wir uns tagtäglich beschweren, ob im Small-Talk oder am Stammtisch, sind Luxusprobleme.

In den letzten Tagen kochte, wieder einmal, die Flüchtlingsdebatte in Österreich hoch. Leider verstehe ich aber den Standpunkt vieler Menschen in diesem Land einfach nicht. Uns geht es gut. Sehr gut. Wenn wir uns etwas anstrengen, können wir aus unserem Leben machen was wir wollen. Wir haben die Freiheit und die Mittel, dies zu tun. Und trotzdem legen wir Menschen, welche gezwungen werden ihre Heimat zu verlassen, da sie ansonsten schikaniert oder getötet werden, immens große Steine in den Weg. Alleine diese Tatsache möchte ich herausstreichen. Wie schlecht muss es jemanden gehen – wie viel Angst muss er haben – um seine Heimat zu verlassen. Um wegzugehen, in der Hoffnung dass es dort vielleicht besser ist. Wieviel Angst müssten wir haben, um so etwas zu tun? „Flüchtlingsdebatte in Österreich“ weiterlesen

Das Internet in unserem Alltag

Gehört ihr auch zu den Leuten, die nach dem Aufwachen ihr Smartphone in die Hand nehmen, hoffentlich erst jetzt den Flugmodus abschalten, um es anschließend auf neue Mitteilungen zu checken? Ich jedenfalls habe mir dieses Verhalten über die letzten Jahre (leider) angewöhnt.

Heute, im Jahr 2014, haben wir ein völlig anderes Medienverständnis und -Nutzungsverhalten als noch vor 15 Jahren. Der Hauptverursacher dieser Veränderung ist, wie könnte es anders sein, das Internet. Das Internet ist mittlerweile so fest mit unserem Alltag verwurzelt, dass wir es gar nicht  mehr bemerken – und genau zu diesem Zeitpunkt hat es den Status einer Art Systemrelevanz für uns erreicht. Sämtliche klassische Medien sind nun (gezwungener Maßen) auch im Internet vertreten, mit teils mehr oder auch weniger Erfolg (Stichwort Zeitungssterben). Schon aus diesem Grund schließe ich mich der Meinung von Univ.Prof.Dr Rabler an und bezeichne das Internet nicht als Medium, sondern eher als Infrastruktur für Medien (vgl. Rabler 2013: o.S.). „Das Internet in unserem Alltag“ weiterlesen