Die Verschmelzung politischer Kommunikation. Werden alle zu Populisten?

Werden alle zu Populisten?

Kürzlich habe ich einen wie ich finde sehr interessanten Beitrag des Kommunikationswissenschaftlers Kurt Imhof zum Thema Verschmelzung von politischer Kommunikation gelesen.

Grundsätzlich unterscheidet Imhof zwischen zwei Gruppierungen, den alteingesessenen Großparteien und so genannten autonomen Gruppen (vgl. Imhof 1996: 14).

Die Großparteien bedürfen meines Erachtens keiner weiteren Definition. Bei den autonomen Gruppierungen handelt es sich beispielsweise um politische Gruppen oder Minderheiten. In diesen Gruppierungen entstehen eigenständige Weltanschauungen und Lebensstile. Die Lebensdauer solcher Gruppierungen hat seit den 70iger Jahren stark zugenommen. Themenbereiche wie z.B. die Umwelt oder die Asylpolitik werden von ihnen eingenommen und lautstark propagiert (vgl. ebd.: 22).

Durch die sich verändernde Medienlandschaft, den Niedergang der einstigen Parteienpresse und die Kommerzialisierung von Medien gelangen die Großparteien immer mehr in die Bredouille. Die Bedeutung des politischen Wettbewerbs in den Medien geht zugunsten der Ökonomie zurück. In der Öffentlichkeit findet kein Diskurs über politischen Themen mehr statt, sondern medienwirksame Inszenierungen, Stichwort Populismus.

Die Großparteien stehen nun vor der Entscheidung, ob sie sich wie bisher auf einen öffentlichen Diskurs einlassen oder die Werkzeuge des modernen, ökonomischen Marketings verwenden um den Machtverlust einzudämmen. Mittlerweile wird auch das Kopieren oder Kooperieren der Kommunikationsstile von autonomen Gruppen wird praktiziert (vgl. ebd.: 11).

Mich persönlich beunruhigt diese Entwicklung hin zu Kommunikationsbotschaften des Populismus, die einfache Lösungswege für komplexe Probleme vorschlagen. Wir leben in einer komplexen Welt mit komplexen Probleme. Wer glaubt, diese mit einfachen, oft rassistischen Lösungen wie beispielsweise das Abschieben von Ausländern in den Griff zu bekommen, hat entweder in der Schule nicht aufgepasst oder ist ziemlich naiv. Ich hoffe, dass sich die Großparteien nicht in den Strudel des Populismus hineinziehen lassen und die Bevölkerung diese fadenscheinigen Argumente und Aussagen der Populisten durchschaut.

Quellen:

Patrick Daxenbichler

Autor: Patrick Daxenbichler

Medienkritischer Blogger, u.a. bei TheOpinion. Student der Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Selbstständiger Unternehmer. Fan und Unterstützer der neuen Medien. Politisch liberal und aufgeschlossen.

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