Schlammschlacht oder Schlammkur – »Bist du meine Stimme wert?«

Als ich kürzlich einen vernichtenden Artikel von Zeit Online über eine neue Unterhaltungssendung namens »Bist du 50.000,- wert?« las, dachte ich mir erstmal nichts weiter. Zunehmend fiel mir auf, dass diese Show des Spartensenders ZDFneo unheimlich viele Analogien zum bereits angebrochenen Wahlkampf in Deutschland aufweist. Denn in der Sendung, die Zeit Online Autor Dirk Gieselmann als »Arschloch« bezeichnet, haben die Kandidaten durch eine zehnsekündige Selbstbeschreibung die Möglichkeit, der Jury zu beweisen, dass sie es wert sind, das Preisgeld von 50.000 Euro zu gewinnen. Kurzum ein Wahlkampf mit kürzerer Vorstellungszeit und anderem Preisgeld.

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Wachstum um jeden Preis? Kein Konzept für die Zukunft. Teil 2

Teil 2: Aus der Betrachtungsweise der Soziologie

>>Es gibt kein richtiges Leben im falschen.<< Theodor W. Adorno, Soziologe, Philosoph.

Die Ausführungen des ersten Teils ‚Wachstum um jeden Preis? Kein Konzept für die Zukunft.‘ haben sich auf ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des stetigen Wachstums bezogen. Der zweite Teil der Beitragsreihe beschäftigt sich nun mit den Auswirkungen auf den Menschen. Macht ständiges Wachstum und die darauf beruhende Konsumgesellschaft glücklich? „Wachstum um jeden Preis? Kein Konzept für die Zukunft. Teil 2“ weiterlesen

Wachstum um jeden Preis? Kein Konzept für die Zukunft. Teil 1

Teil 1: Aus der Betrachtungsweise der Ökonomie

>>Wer an die Möglichkeit eines ständigen Wirtschaftswachstums glaubt, ist entweder ein Narr oder ein Ökonom.<< Manfred Max-Neef, Ökonom.

Immer wieder bekommen wird es uns eingetrichtert, ob von Politikern oder Ökonomen, in einem gar Mantra-ähnlichem Vortrag: Wachstum bringt Arbeit. Wachstum bringt Wohlstand. Wachstum ist gut für uns, unsere Familie und unsere Nachkommen!
Doch wie gut tut uns ständiges und stetiges Wachstum wirklich und wollen bzw. können wir es überhaupt um jeden Preis erhalten? „Wachstum um jeden Preis? Kein Konzept für die Zukunft. Teil 1“ weiterlesen

Wie Chatbots unser Leben verändern

Ich sitze vor dem PC und unterhalte mich:

Patrick: hey wie gehts?
Sam: gut, ich war gerade auf einem poetry slam 🙂
Patrick: das glaubst wohl selber nicht
Sam: doch, sonst würde ich es doch nicht sagen
Patrick: und wie wars?
Sam: war schon toll. muss unbedingt mal wieder hin

Diese scheinbar normale Konversation wird noch einige Minuten fortgeführt. Allerdings ist etwas anders. Sam ist kein Mensch. Er ist ein Chatbot. „Wie Chatbots unser Leben verändern“ weiterlesen

Wie aus Brücken Wände werden

»Die stärksten Brücken werden aus Steinen gefallener Mauern gebaut.«

Dieser Spruch von dem Philosophen Andreas Tenzer dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Doch die Welt probiert zur Abwechslung mal etwas Neues aus: Wie gut halten Mauern, die aus Steinen eingerissener Brücken gebaut werden? Wir wissen es nicht, werden es aber vermutlich bald herausfinden dürfen.

Doch auch wenn wir gerade fleißig dabei sind, unsere Brücken der letzten Jahrzehnte einzureißen, die mühsam erarbeiteten Demokratien zu demontieren und in Volksabstimmungen und Wahlen Politikerinnen und Politikern vertrauen, die mit Niveau Limbo tanzen, gibt es eine Bastion, die uns daran erinnert, wer wir sind, wo wir sind und was in einer Demokratie wirklich zählt: Die Chance, das sagen zu können, wofür man einsteht, ohne mit Konsequenzen vom Staat rechnen zu müssen. Ganz nach dem Motto des französischen Schriftstellers und Philosophen Voltaire:

»Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.« „Wie aus Brücken Wände werden“ weiterlesen

Wie kam es dazu? Eine Erläuterung des Trump-Sieges im Kontext der ‚Reputation-Macht-Balance‘

Wer einen positiven Ruf besitzt, hat Anspruch auf gesellschaftliche Verantwortung und Macht. Donald Trump wurde mit einem miserablen Ruf zum US-Präsident gewählt. Wie passt das zusammen? Dieser Beitrag reflektiert das Abschneiden Trumps in den Präsidentschaftswahlen 2016 anhand des Modells der Reputation-Macht-Balance und versucht Gründe für das ‚Unfassbare‘ zu finden. „Wie kam es dazu? Eine Erläuterung des Trump-Sieges im Kontext der ‚Reputation-Macht-Balance‘“ weiterlesen

Diplomatische Unfähigkeit – Wenn das letzte Wort gesprochen ist

»Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen«.

So hat es der kritische Komiker Oliver Kalkofe letzten Sommer in seinem Kommentar zu Hass und Dummheit ausgedrückt. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Bedeutet das, dass Diplomatie und Krisenbewältigung durch Kommunikation die Sprache der Intelligenten ist? Und was ist mit jenen, die eigentlich zur Diplomatie berufen sind, sich aber bewusst für einen undiplomatischen Weg entscheiden: Intelligenzverweigerer? Krisenstifter? Oder einfach nur den falschen Beruf erwischt?

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Filter-Bubble: Gibt es noch Informationsfreiheit?

>>A squirrel dying in front of your house may be more relevant to your interests right now than people dying in Africa.<< Mark Zuckerberg.

Der Digital-Soziologe Eli Pariser ließ 2011 mit seiner These der Filter-Bubble aufhorchen. So bezeichnet er die im Web stattfindende personalisierte Informationsdistribution. Der Großteil der Inhalte, die wir im Netz finden – beispielsweise über Suchmaschinen wie Google oder Bing, in Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter und sogar in Nachrichtenportalen wie der New York Times – sind vorgefiltert – also auf uns zugeschnitten. Das bedeutet, dass du, wenn du nach einem Begriff suchst, andere Ergebnisse erhältst als beispielsweise dein Nachbar. Welche Auswirkung hat diese Filterung? „Filter-Bubble: Gibt es noch Informationsfreiheit?“ weiterlesen