Bankengift und Finanzspritzen

Es hat sich ausgebreitet wie ein Virus. Eine Krankheit. Ein Gift. Im Jahr 2008 wirkte es so, als hätte sich der Turbo-Kapitalismus mit seinen eigenen Mitteln in die Knie gezwungen. Nur staatliche Gelder konnten die großen Banken in Ländern wie den USA, Großbritannien und Deutschland vor dem Zusammenbruch bewahren.  Ein Rückblick.

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Eine Weihnachtsgeschichte: Die Bettler und der Bürgermeister

In eisiger Kälte fiebern zwei Frauen dem Christkindlmarkt entgegen. Eine Wand aus Schneeflocken und tausenden Lichtern hüllen die Stadt in eine festliche Stimmung. Als ein Straßenmusiker an der Promenade der Salzach beginnt, ein Weihnachtslied zu spielen, ist die filmreife Kulisse perfekt. Die Frauen gehen an dem Straßenmusiker vorbei, aus dessen Akkordeon die Töne von „Jingle Bells“ ertönen. Nur wenige Meter von ihm entfernt sitzt eine Bettlerin. Über ihrem Kopf hängt ein Tuch. Ihre dünne Stoffjacke hat sie weit in ihr Gesicht gezogen. „Alles Gute der Familie“, sagt sie, als die beiden Damen nur noch ein paar Schritte entfernt sind. Sie erhofft sich dadurch ein bisschen Kleingeld. Aber der Pappbecher in ihrer Hand bleibt leer. Es ist das Wochenende vor Weihnachten und das Wochenende, nachdem Harald Preuner (ÖVP) zum neuen Bürgermeister von Salzburg gewählt wurde. Ein Mann, der sich mit dem Thema „Bettler in Salzburg“ auskennt.

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»Ich warte dann mal ab«, sagte die Raute und fuhr in den Urlaub

Gong
Der Kampf beginnt. Das ganze Land hat auf diesen Moment gewartet. Es sollte der spannendste Boxkampf des Jahres werden. Erst die Rechte, dann die Linke. Die roten Boxhandschuhe eines Mannes mit Halbglatze und Brille fliegen durch die Luft und treffen – ihn selbst. Kein Wunder, denn außer ihm ist niemand da. Niemanden, den er treffen könnte. Was für viele begeisterte Boxfans gähnende Langeweile und für andere eine peinliche Vorstellung bedeutet, ist der deutsche Wahlkampf in seiner vollen Pracht. Denn während Martin Schulz den Wahlkampf bereits begonnen hat und dabei überwiegend auf die Nase fällt, macht Merkel erst einmal Urlaub und lässt das Land hinter sich zurück. „»Ich warte dann mal ab«, sagte die Raute und fuhr in den Urlaub“ weiterlesen

Flaggschiffe und Ruderboote – Kurswechsel in der deutschen Politik

»Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen«.

Eigentlich ist dieser Spruch, der auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurückgeht, eine Binsenweisheit: »Wenn etwas nicht funktioniert so wie du es machst, setze deine ‚Segel anders‘, dann klappt es schon irgendwie«. Doch ist es wirklich so einfach?

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Schlammschlacht oder Schlammkur – »Bist du meine Stimme wert?«

Als ich kürzlich einen vernichtenden Artikel von Zeit Online über eine neue Unterhaltungssendung namens »Bist du 50.000,- wert?« las, dachte ich mir erstmal nichts weiter. Zunehmend fiel mir auf, dass diese Show des Spartensenders ZDFneo unheimlich viele Analogien zum bereits angebrochenen Wahlkampf in Deutschland aufweist. Denn in der Sendung, die Zeit Online Autor Dirk Gieselmann als »Arschloch« bezeichnet, haben die Kandidaten durch eine zehnsekündige Selbstbeschreibung die Möglichkeit, der Jury zu beweisen, dass sie es wert sind, das Preisgeld von 50.000 Euro zu gewinnen. Kurzum ein Wahlkampf mit kürzerer Vorstellungszeit und anderem Preisgeld.

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Wie aus Brücken Wände werden

»Die stärksten Brücken werden aus Steinen gefallener Mauern gebaut.«

Dieser Spruch von dem Philosophen Andreas Tenzer dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Doch die Welt probiert zur Abwechslung mal etwas Neues aus: Wie gut halten Mauern, die aus Steinen eingerissener Brücken gebaut werden? Wir wissen es nicht, werden es aber vermutlich bald herausfinden dürfen.

Doch auch wenn wir gerade fleißig dabei sind, unsere Brücken der letzten Jahrzehnte einzureißen, die mühsam erarbeiteten Demokratien zu demontieren und in Volksabstimmungen und Wahlen Politikerinnen und Politikern vertrauen, die mit Niveau Limbo tanzen, gibt es eine Bastion, die uns daran erinnert, wer wir sind, wo wir sind und was in einer Demokratie wirklich zählt: Die Chance, das sagen zu können, wofür man einsteht, ohne mit Konsequenzen vom Staat rechnen zu müssen. Ganz nach dem Motto des französischen Schriftstellers und Philosophen Voltaire:

»Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.« „Wie aus Brücken Wände werden“ weiterlesen

Diplomatische Unfähigkeit – Wenn das letzte Wort gesprochen ist

»Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen«.

So hat es der kritische Komiker Oliver Kalkofe letzten Sommer in seinem Kommentar zu Hass und Dummheit ausgedrückt. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Bedeutet das, dass Diplomatie und Krisenbewältigung durch Kommunikation die Sprache der Intelligenten ist? Und was ist mit jenen, die eigentlich zur Diplomatie berufen sind, sich aber bewusst für einen undiplomatischen Weg entscheiden: Intelligenzverweigerer? Krisenstifter? Oder einfach nur den falschen Beruf erwischt?

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Eine lächerlich gute Entscheidung

Manchmal ist die Entscheidung, für die wir belächelt werden, letztlich die einzig Richtige.

Viele Musiker, Wissenschaftler, Künstler, aber vor allem auch Politiker haben in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass es manchmal nützlich ist, das Stirnrunzeln und Augenverdrehen der Menschen zu ignorieren. Derzeit wird gerade ein ganzes Land – vor allem von deutscher Seite –belächelt: unser Nachbarland Österreich.

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