Flaggschiffe und Ruderboote – Kurswechsel in der deutschen Politik

»Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen«.

Eigentlich ist dieser Spruch, der auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurückgeht, eine Binsenweisheit: »Wenn etwas nicht funktioniert so wie du es machst, setze deine ‚Segel anders‘, dann klappt es schon irgendwie«. Doch ist es wirklich so einfach?

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Schlammschlacht oder Schlammkur – »Bist du meine Stimme wert?«

Als ich kürzlich einen vernichtenden Artikel von Zeit Online über eine neue Unterhaltungssendung namens »Bist du 50.000,- wert?« las, dachte ich mir erstmal nichts weiter. Zunehmend fiel mir auf, dass diese Show des Spartensenders ZDFneo unheimlich viele Analogien zum bereits angebrochenen Wahlkampf in Deutschland aufweist. Denn in der Sendung, die Zeit Online Autor Dirk Gieselmann als »Arschloch« bezeichnet, haben die Kandidaten durch eine zehnsekündige Selbstbeschreibung die Möglichkeit, der Jury zu beweisen, dass sie es wert sind, das Preisgeld von 50.000 Euro zu gewinnen. Kurzum ein Wahlkampf mit kürzerer Vorstellungszeit und anderem Preisgeld.

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Wie aus Brücken Wände werden

»Die stärksten Brücken werden aus Steinen gefallener Mauern gebaut.«

Dieser Spruch von dem Philosophen Andreas Tenzer dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Doch die Welt probiert zur Abwechslung mal etwas Neues aus: Wie gut halten Mauern, die aus Steinen eingerissener Brücken gebaut werden? Wir wissen es nicht, werden es aber vermutlich bald herausfinden dürfen.

Doch auch wenn wir gerade fleißig dabei sind, unsere Brücken der letzten Jahrzehnte einzureißen, die mühsam erarbeiteten Demokratien zu demontieren und in Volksabstimmungen und Wahlen Politikerinnen und Politikern vertrauen, die mit Niveau Limbo tanzen, gibt es eine Bastion, die uns daran erinnert, wer wir sind, wo wir sind und was in einer Demokratie wirklich zählt: Die Chance, das sagen zu können, wofür man einsteht, ohne mit Konsequenzen vom Staat rechnen zu müssen. Ganz nach dem Motto des französischen Schriftstellers und Philosophen Voltaire:

»Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.« „Wie aus Brücken Wände werden“ weiterlesen

Diplomatische Unfähigkeit – Wenn das letzte Wort gesprochen ist

»Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen«.

So hat es der kritische Komiker Oliver Kalkofe letzten Sommer in seinem Kommentar zu Hass und Dummheit ausgedrückt. Aber was bedeutet das im Umkehrschluss? Bedeutet das, dass Diplomatie und Krisenbewältigung durch Kommunikation die Sprache der Intelligenten ist? Und was ist mit jenen, die eigentlich zur Diplomatie berufen sind, sich aber bewusst für einen undiplomatischen Weg entscheiden: Intelligenzverweigerer? Krisenstifter? Oder einfach nur den falschen Beruf erwischt?

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Eine lächerlich gute Entscheidung

Manchmal ist die Entscheidung, für die wir belächelt werden, letztlich die einzig Richtige.

Viele Musiker, Wissenschaftler, Künstler, aber vor allem auch Politiker haben in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass es manchmal nützlich ist, das Stirnrunzeln und Augenverdrehen der Menschen zu ignorieren. Derzeit wird gerade ein ganzes Land – vor allem von deutscher Seite –belächelt: unser Nachbarland Österreich.

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Wenn Pennywise lacht – Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

Jeder kennt Momente im Leben, in denen man lacht, um nicht weinen zu müssen. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern muss wohl der politische Monty Python Film unter diesen Momenten sein. Denn als ich mein Handy entsperrte, um mich darüber zu informieren, ob denn bereits Hochrechnungen von der Landtagswahl veröffentlicht wurden, konnte ich nicht anders, als zu schmunzeln. Eigentlich eine völlig unberechtigte Reaktion. Ja eigentlich sogar schon zynisch. „Wenn Pennywise lacht – Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern“ weiterlesen

USA – Alles zwischen Gut und Schlecht

»Die Amerikaner sollten aufhören, Lügen über Europa zu verbreiten, dann werden wir aufhören, die Wahrheit über Amerika zu sagen.«

Dieses Zitat von einem unbekannten Autor ging kürzlich auf die ein oder andere Weise mehrfach durch die Medien. Auslöser für die Empörung war natürlich mal wieder Donald Trump, der Deutschland als das Bilderbuchbeispiel dafür entlarven wollte, wie Migration ein Land zerstört: »Wegen der Flüchtlinge versinkt Deutschland in Kriminalität. Die Kriminalität hat inzwischen ein Level erreicht, das sich niemand auch nur ansatzweise vorstellen konnte. Es ist eine Katastrophe.« Kurzer Faktencheck. Die Mordrate ging seit den Entwicklungen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 3 Prozent nach unten (in den USA stieg sie um rund 6 Prozent an), die sexuelle Gewalt nahm um 4 Prozent ab (in den USA stieg sie um mehr als 9 Prozent an), ausschließlich die Diebstahlrate nahm um 2 Prozent zu (in den USA um 0,3 Prozent). Mit Schusswaffendelikten und Massenschießereien brauchen wir gar nicht anfangen. „USA – Alles zwischen Gut und Schlecht“ weiterlesen

Verlassen und verloren im Land der Bürokraten

Kaum ein Spruch beschreibt den deutschen Umgang mit Problemen besser als »Jeder hat sein Päckchen zu tragen«. Wir zeigen dadurch, dass wir, um das Leben mit allen Problemen, Herausforderungen und Fehlentscheidungen erfassen zu können, erst eine Metapher brauchen. Das ist mal zu Anfang nicht schlecht. Wir strukturieren und halten Abstand. Wir versuchen, mit diesem Spruch ganz nüchtern mitzuteilen, dass wir über die Existenz von Problemen bei unseren Mitbürgern Bescheid wissen. Gleichzeitig sagen wir damit, dass wir aber nicht wissen, was in dem Paket drinnen ist. Wir haben keine Vorstellung davon, welche Last sie mit sich herumtragen. Obwohl ich die Metapher auf sehr vielen Ebenen durchdacht und clever finde, habe ich seit einigen Tagen Probleme mit diesem Spruch. Denn ich musste feststellen, dass manchmal Briefumschläge schwerer sein müssen als jedes Paket, das man mit sich herumschleppen kann. (Ja, das bezeichnet man als Wortklauberei.) „Verlassen und verloren im Land der Bürokraten“ weiterlesen